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Runden 3 und 4 nun abgeschlossen..
Runden 3 und 4 nun abgeschlossen.. Da ich heute frei habe, will ich endlich mal wieder was zu den vergangenen Runden schreiben und auch zum Turnierprogramm, das im Moment Schwierigkeiten bereitet.

Aktuell ist es noch so, dass die dritte Runde nun komplett ist und aus der vierten Runde ein Ergebnis der ersten Gruppe fehlt. Namentlich aus der Begegnung Philipp - Olaf.

Aus einem mir nicht bekannten Grund spinnt nun das Turnierprogramm dahingehend, dass es nach der vierten Runde plötzlich die Ergebnisse der ersten drei vergessen zu haben schien, denn für die Tabellenbildung berücksichtigt es nur die vierte Runde. Ich habe leider keine Idee, woran das liegen mag. Habe auch alle Einstellungen geprüft und sogar den Programmierer angeschrieben, aber keine Antwort erhalten. Werde wahrscheinlich für die letzten Runden wieder normale Ergebnis-Tabellen generieren, wenn ich das Problem nicht in den Griff bekomme.

Dann eine zweite nicht so schöne Nachricht. In Gruppe drei sind es nunmehr nur noch sieben Spieler. Andreas Klett hat nach der dritten Runde leider zurückgezogen. Das bedeutet, dass alle seine Gegner aus Runde vier bis sieben ein plus-minus (+-) als Ergebnis bekommen und seine Ergebnisse aus den ersten drei Runden normal in die Wertung einfließen. Da er alle Partien verloren hat, führt das nicht zur Wettbewerbsverzerrung, zumal auch keine anderen Ergebnisse zu erwarten wären, sollte er regulär zu Ende gespielt haben.

Nun also zur Runde drei:

In Gruppe 1 wollte Olaf die Verteidigungskünste von Franz nicht ernsthaft prüfen und bot im 18. Zug ein Remis an, in einem Mittelspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Bei Hans-Jörg gegen Norbert sah es schon anders aus. Norbert, immer für eine Überraschung gut, packte kurzerhand die Aljechin-Verteidigung aus und signalisierte damit Kampfbereitschaft. Hansi, um taktische Geplänkel nicht verlegen, griff beherzt an und schon im elften Zug plumpste sein Gaul auf h7 hinein. Diese Mattdrohung ist Norbert wohl entgangen. Um 12. Dh5 zu verhindern, musste er die Qualität geben und stand fortan aus meiner Sicht auf Verlust: nackter Königsflügel mit halboffener h-Linie und der Dame als einziger Verteidigungsfigur. Norbert wäre nicht Norbert, wenn er nicht bis zur letzten Patrone gekämpft hätte, aber Hansi holte sich souverän den vollen Punkt ab.

Philipp hatte nach zwei Niederlagen mit Martin keine leichte Aufgabe, zumal er auch noch mit Schwarz ran musste. Mit seiner Vorbereitung lief er zwar ins Leere, spielte aber keine so schlechte Partie. Erst im Mittelspiel kam Martin mit seinen Schwerfiguren am Damenflügel zum Druckspiel und lähmte allmählich die schwarze Streitmacht. Nach 33. ...f6 wurde der Bauer e6 rückständig, und Martin bekam eine richtige Agriffsmarke. In verlorener Stellung griff Philipp mit 38. ...Tf5 ganz böse fehl, und Martin gewann mit einer kleinen Taktik die Partie.

In Gruppe 2 hatte Schwarz keinen leichten Stand. Alle Weiß-Spieler gewannen ihre Partien recht deutlich. Die einzige Ausnahme bildete da schon Marek-Helge, wo ich nach besserem Mittelspiel eine schöne Stellung aufgebaut hatte, aber dann keinen durchschlagenden Angriff fand. Am Ende gewann ich durch einen groben Patzer von Helge in einer Stellung, die ich als ausgeglichen oder eher schlechter für Weiß einschätzte. Der Computer aber zeigte mir zu Hause, dass meine Wahl, weiterzuspielen (Helge bot im 33. Zug Remis), die richtige war, und auch der Angriffsplan. Leider sah ich nicht die Pointe des Angriffs und hätte ohne Helges Fehler vielleicht sogar verloren. Näheres in der Partie selbst, die zum Download bereitsteht.

Thomas ist gegen Martin M.-G. richtig unter die Räder gekommen. Stellte zunächst eine Figur ein und musste später auch noch eine zweite geben, um nicht matt zu gehen. Alexander überspielte Ulrich H. schön am Damenflügel und zwang ihn durch Figurengewinn ebenfalls zur Aufgabe. Vorangegangen war ein Bauernangriff. Ulrich P. machte selbiges jedoch ohne Figurengewinn, mit Albrecht, hier war's der Königsflügel. Auch hier haben die Bauern das Spiel entschieden.

Gruppe 3 brachte erneut eine Überraschung, als Pierre gegen Jörn mit Schwarz verloren hat. Eifrig schickte Pierre seinen h-Bauern nach vorn, um die weiße Stellung anzugreifen. Tatsächlich führte dies später zu einer unangenehmen weißen "Bauernstruktur" (eigentlich kann man von solcher gar nicht sprechen), mit weißen Bauern auf g3 und g5. Dafür waren die Linien f und h für Weiß offen. Und genau diese machte sich Jörn zu nutze und konterte Pierres 20. ...Tg4 eiskalt mit 21. Df2! Wie eine kurze Anlyse danach zeigte, war nun guter Rat teuer und Weiß gewann die Partie mit der starken und mutigen (aus Sicht eines 1200ers) Idee 23. Kf2! und 24. Th1!, denn er hatte noch die Keule 26. d5+. Ob er das bei 23. Kf2 bereits gesehen hat, weiß ich nicht, jedenfalls ein sehr schöner Sieg von Jörn.

Schade nun um Andreas Ausscheiden, denn gegen Waldemar spielte er seine mit Abstand stärkste Partie. Erst spät konnte Weiß das ungenaue Spiel bestrafen und Vorteil erlangen, was im 35. Zug zum Figurengewinn führte. Danach war der Drops gelutscht, aber zuvor hatte Weiß einige Mühe. Reimer schien dagegen gar keinen guten Tag erwischt zu haben, denn 13 Züge zum Turmverlust sind wirklich nicht viel. Auch für diesen Spelstärkeunterschied zu wenig, aber manchmal läuft halt gar nichts.

Einen mutigen Angriff führte Heiko gegen Helmut, als er in der Italienischen Partie kurzerhand auf f7 eine Figur opferte. Objektiv ein Einsteller, zerstörte er Helmuts Rochaderecht und brachte ihn damit ein wenig aus dem Konzept. Im Versuch, sich etwas zu befreien und gleichzeitig seinem König ein sicheres Plätzchen zu bescheren, griff Schwarz fehl, und schon war das Materialverhältnis wieder ausgeglichen. Nun aber mit einigem weißen Vorteil, so dass jetzt nur noch Weiß gewinnen konnte. Mit zwei Mehrbauern war der Sieg dann keine große Sache für Heiko.

 

Runde 4:

In Gruppe 1 gab es endlich einen, der Franz mal richtig auf den Zahn fühlen wollte. Nach dessen Erstrundensieg gegen Hans-Jörg und das auch noch mit Schwarz, schien es fast, als würde keiner was gegen Franz riskieren wollen. Wer sollte es denn anderes als Norbert sein!? Doch schon im ersten Zug die Überraschung: Franz spielt Skandinavisch. Damit hat Norbert nicht gerechnet, fand aber sehr gut in die Partie und hatte das bessere Spiel. Mit 25. a4 leitete Norbert dann einen Königsangriff ein, den Franz einfach ignorierte und erstmal auf Bauernjagd ging. Das hätte er mal lieber gelassen, denn so musste er erst die Qualität geben, sich anschließend die Bauernstellung vorm König demolieren lassen und am Ende aufgeben. Ein schöner Sieg von Norbert.

Zu Hans-Jörg - Martin kann ich nichts sagen, die Partie fand nicht statt (die Herren mögen mir den Seitenhieb verzeihen ;-) ).

Philipp - Olaf wird morgen (15.11.2011) nachgeholt.

In Gruppe zwei wurde mein Siegeslauf beendet. Martin M.-G. stoppte mich sehr unangenehm, nämlich in einem remisen Endspiel, von dem ich sogar ziemlich sicher war, dass es Remis ist. Aber leider reichten meine Endspielfähigkeiten nicht aus. Die ganze Misere begann mit dem 16. weißen Zug. Danach bekam Weiß Druck und ich hatte Mühe, Gegenspiel zu finden. 26. Dc6 gefolgt von 27. Te7 sind Züge, die man lieber selbst ausführt. Nun können wir uns aber alle bei Martin bedanken, denn jetzt ist die Gruppe nochmal richtig spannend geworden. Nicht zuletzt auch wegen der Siege Helge gegen Alexander und Ulrich P. im Ulrich-internen Duell. In der Tabelle steht nun Letzterer mit 3½ / 4 an der Spitze, gefolgt von Helge, Martin M.-G. und mir mit jeweils 3 / 4. 

Im Keller-Duell Thomas gegen Albrecht konnte Weiß seinen ersten Punkt erringen, was für den Verlierer die vierte Null in Folge bedeutete. Eigentlich hatte sich Albrecht ganz gut gehalten, auch wenn Thomas etwas besser agierte und kleine Probleme stellte. Aber mit 25. ...exf4 traf Schwarz die schlechteste Entscheidung der gesamten Partie. Mit so vielen schwarzen Felderschwächen darf man sich nicht den schwarzfeldrigen Läufer nehmen lassen, schon gar nicht vom weißen Pendant. Danach ging es rasch bergab. Durch den ungewöhnlichen Turnierverlauf sind in der zweiten Gruppe gleich zwei Spieler, die mit 0 / 4 am Tabellenende dotieren. Damit hat diese Gruppe quasi zwei Klassen, was vor der Meisterschaft so nicht abzusehen war.

In Gruppe 3 gab es in der vierten Runde gleich zwei Premieren, wenn man so will. Es war die erste mit nur drei Partien, da ja Andreas ausgestiegen ist, und leider die erste im Turnier, die per Handy entschieden wurde. Plötzlich bimmelte nämlich Anatolis mobile Telefonzelle und ich musste die Partie gemäß der Ausschreibung als verloren werten. Zum Glück, wenn man so will, in einer ohnehin hoffnungslosen Stellung für Anatoli, der nach allen Regeln der Kunst von Helmut überspielt worden ist. Mit 14. Sg4 kam der erste Gaul dem König näher, dann die Dame mit 15. Dh6+ und schließlich mit 16. Sh4 der zweite, was mit 17. Sxg6+ und 18. Sxf8 den ganzen Turm gewann. Danach war die Partie hin.

Waldemar gewann die vierte Partie in Folge und machte es damit besser als ich. Dabei war der Sieg nicht so offensichtlich, denn spätestens seit der dritten Runde wissen wir, dass man bei Jörn aufpassen muss. Und er ließ sich auch nicht überspielen. Erst beim Übergang ins Endspiel passte Schwarz nicht auf und ließ den weißen Monarchen in die eigene Stellung, was im Bauern- und damit Partieverlust mündete. Bei Pierre-Heiko sahen wir eine Partie mit etwas umkämpftem Zentrum im Mittelspiel und schnellem Remis nach Abtausch der meisten Figuren. Gerade Dame + Springer gegen Dame + Springer führen oft zu heiklen Endspielen, worauf sich beide Protagonisten wohl nicht einlassen wollten.

Jetzt noch die Tabellen der Gruppen 1, 2 und 3.

Gruppe1

1 Doerge,Olaf 1890 +250
&;
½   ½ 1 1 3.0 / 4  
2 Kopisch,Martin 2074 -45 ½
&;
½ ½   1 2.5 / 4 3.75
3 Jantzen,Hans-Joerg 2080 -41   ½
&;
0 1 1 2.5 / 4 3.25
4 Indinger,Franz 1822 +172 ½ ½ 1
&;
0   2.0 / 4 5.25
5 Kraft,Norbert 1934 +6 0   0 1
&;
1 2.0 / 4 2.00
6 Prasse,Philipp 1968 -773 0 0 0   0
&;
0.0 / 4  

Gruppe2

  1 2 3 4      
1 Peschke,Ulrich 1706 - ½/5 - 1/6 + 1/8 - 1/7 3.5 / 4    
2 Biermann,Helge 1747 + 1/6 + 1/3 - 0/4 + 1/5 3.0 / 4 9.50  
3 Mueller-Glewe,Martin 1781 + 1/7 - 0/2 + 1/6 + 1/4 3.0 / 4 7.00  
4 Glodowski,Marek 1732 + 1/8 - 1/7 + 1/2 - 0/3 3.0 / 4 6.00  
5 Simon,Alexander 1708 + ½/1 - 1/8 + 1/7 - 0/2 2.5 / 4    
6 Mentz,Thomas 1647 - 0/2 + 0/1 - 0/3 + 1/8 1.0 / 4    
7 Heinemann,Ulrich 1650 - 0/3 + 0/4 - 0/5 + 0/1 0.0 / 4 12.00  
8 Buchsteiner,Albrecht 1653 - 0/4 + 0/5 - 0/1 - 0/6 0.0 / 4 10.00  

 Gruppe3

  1 2 3 4      
1 Milz,Waldemar 1522 + 1/4 - 1/6 + 1/8 + 1/7 4.0 / 4    
2 Hansen,Reimer 1274 - 1/7 + 1/3 - 0/5 - 1/8 3.0 / 4    
3 Schroeder,Heiko 1605 + 1/5 - 0/2 + 1/4 - ½/6 2.5 / 4    
4 Grabowski,Helmut   - 0/1 + 1/7 - 0/3 + 1/5 2.0 / 4 9.50  
5 Steiger,Anatoli 1670 - 0/3 - 1/8 + 1/2 - 0/4 2.0 / 4 7.50 34.00
6 Amler,Pierre 1586 + 1/8 + 0/1 - 0/7 + ½/3 1.5 / 4    
7 Hannemann,Joern 1288 + 0/2 - 0/4 + 1/6 - 0/1 1.0 / 4    
8 Klett,Andreas   - 0/6 + 0/5 - 0/1 + 0/2 0.0 / 4    

Gruß, Marek



DruckenDrucken | 14-11-2011, 11:08:00 | Schachix

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