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Bille SC V - Union Eimsbüttel IV ½ : 7 ½
Bille SC V - Union Eimsbüttel IV	½ : 7 ½  Mit einer Niederlage im letzten Spiel gegen die 4. Mannschaft der Eimsbütteler mußten wir rechnen, schließlich waren alle Spieler des Gegners DWZ-stärker als wir.

An den ersten drei Brettern waren die Punkte-Differenzen noch nicht so gravierend, aber ab Brett 4 waren die Unterschiede doch schon gewaltig; sie reichten von 350 bis 500 Punkte.

Dennoch hatte ich mir - vor allem an den vorderen Brettern - mehr erhofft, denn als punktbester Dritter der 3 Staffeln in der Kreisklasse, der wir vor dem gestrigen Spiel noch waren, hätten wir noch in die Kreisliga aufsteigen können. Das können wir jetzt wohl vergessen, obwohl die Spiele in den Staffeln A und B noch nicht beendet sind.


Gestern ging es irgendwie zu wie bei den zehn kleinen Negerlein. Einer nach dem anderen unserer Spieler schlich mit wenig begeisterter Miene und mit nach unten gerichtetem Daumen von dannen. Als erster verlor nach einer guten Stunde Spielzeit Reimer, dem die gegnerische Dame frühzeitig die Stellung zerbröselt hatte. Nach dem Verlust einer Leichtfigur war nach 23 Zügen Schluß.


Kurze Zeit später folgte Viktor, der immer schwerere Gegner haben wollte, aber nun erfahren mußte, daß die auch schwerer zu schlagen sind.


Nach zwei Stunden Spielzeit hatte auch Jörn verloren und eine halbe Stunde später Walter. Bei den großen Unterschieden in der DWZ-Wertung müssen sie sich aber keine Vorwürfe machen. Als nächster verlor Heiko erstmals in dieser Saison, dem damit der vollständige Triumph von 9 Punkten aus 9 Spielen verwehrt blieb. Torsten verlor leider auch; weshalb weiß ich leider nicht. Wie häufig hatte er kurz vor Ablauf der zweistündigen Bedenkzeit (diesmal noch 12 Minuten auf der Uhr) noch keine 25 Züge gemacht und wie immer schien auf dem Brett noch nicht viel passiert zu sein. Ich machte mir da aber keine Sorgen, denn er bekommt es ja immer wieder hin, noch auf den letzten Drücker den 40. Zug zu machen. Daher war ich überrascht, als er kurze später signalisierte, daß er verloren hatte und zwar nicht wegen Zeitnot.


Nun spielten nur noch Michael und ich. Michael, der erst kurz vor acht gekommen war und dementsprechend weniger Bedenkzeit hatte, ging auch noch mit seiner Dame zu früh unvorsichtig spazieren und mußte sie gegen zwei Leichtfiguren hergeben. Diesen Materialvorteil konnte er trotz einer Bauernmehrheit nicht mehr ausgleichen und verlor. Er meinte aber, daß dennoch mehr drin gewesen sei und daß er einfach noch zu unroutiniert sei.


Ab viertel vor elf spielte ich somit allein. Es stand 0 : 7 gegen uns und ich hatte einen Gegner mit exakt 500 DWZ-Punkten mehr vor mir. Nachdem ich eine für mich ungewohnte Eröffnung meines Gegners, der mit Weiß spielte, heil überstanden hatte, waren wir nach fast vier Stunden Spielzeit ins Endspiel gelangt. Hier allerdings hatte mein Gegner die besseren Karten. Seinem Turm und 5 Bauern standen auf meiner Seite nur Turm und 4 Bauern gegenüber, wovon einer isoliert auf der a-Linie stand, den ich mit dem Turm auch noch schützen mußte, sodaß er auf dem Königsflügel fünf Bauern und ich nur drei hatte. Zum Schluß spielte mein Gegner mit König, Turm und zwei gegen König und Turm. Er konnte die Bauern aber nicht durchbringen und nach einem erzwungenen Turmtausch standen nur noch die nackten Könige da.


Bemerkenswert an dieser Partie war aber folgendes:


Nach einem langen Arbeitstag und vier Stunden hochkonzentrierten Spiels hatte ich einen absoluten Blackout. Obwohl wegen der wenigen noch auf dem Brett stehenden Figuren die Lage völlig übersichtlich war, zog ich meinen Turm auf g3, obwohl auf h2 ein weißer Bauer stand. Mein Turm hätte also einfach geschlagen werden können und das wäre es dann gewesen. Bemerkt habe ich diesen kapitalen Patzer nicht einmal dann, nachdem ich ihn gemacht hatte; meistens wird einem Derartiges ja in dem Moment klar, in dem man die Figur losgelassen hat. Ich hätte sonst wohl einen Herzinfarkt bekommen.


Glücklicherweise hatte auch bei meinem Gegner die Konzentration gelitten. Er hätte m. E. schon vorher aus seiner Bauernüberlegenheit mehr machen können, aber jetzt hatte er seinen Blackout. Er schlug den Turm nicht, sondern zog seinen Bauern nach h4.

So ist das Unentschieden im Ergebnis doch gerecht und die "Höchststrafe" von 0 : 8 für unsere Mannschaft war vermieden.


Die sehr deutliche Niederlage unserer Mannschaft hat mich schon etwas geärgert (wir sind ja schließlich Dritter); der halbe Punkt war für mich persönlich aber ein "gefühlter" Sieg. Meinem Gegner war das Unbehagen, sich gegen einen so viel schwächeren Spieler mit einem Remis zufrieden geben zu müssen, deutlich anzumerken (kann man auch verstehen). Das wird sich, nachdem er hinterher von seinen Vereinskameraden auf seine nicht wahrgenommene Möglichkeit, den Turm zu schlagen, aufmerksam gemacht worden ist, noch erheblich verstärkt haben.


Die Ergebnisse:


Bille SC 5

Union Eimsbüttel 4

 

 

 

 

 

Doernte, Torsten

Farzamfar, Bahram

0

1

Schröder, Heiko

Thomas, Robert

0

1

Rembodlt, Viktor

Trzcielinski, Jens

0

1

Hansen, Reimer

Trzcielinski, Christian

0

1

Kraft, Volker


Kaiser, Günter

1/2

1/2

König, Walter

Wahls, Michaela

0

1

Hannemann, Jörn

Prenzel, Alexander

0

1

Lorenz, Michael

Klee, Andreas

0

1

 

 

 

 

1/2

7 1/2


Als Fazit kann man Ende der Saison ziehen, daß wir mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit drei Punkte dadurch verschenkt haben, daß wir am ersten Spieltag gegen den HSK 26 die ersten beiden Bretter und am fünften Spieltag gegen St.Pauli 7 das achte Brett freilassen mußten, obwohl wir Franz Indinger, der die Partie mit Sicherheit gewonnen hätte, hätten einsetzen können. Leider habe ich, als das noch möglich war, nicht gewußt, daß Jörn nicht kommt.


Wir können mit dem 3. Platz dennoch zufrieden sein. Unsere jungen Spieler und unser Neuzugang Michael Lorenz werden sich weiter verbessern und an den vorderen Bretten sind wir gut besetzt, auch wenn Torsten diesmal nicht so gut punkten konnte. Dafür hat Heiko ein überragendes Ergebnis erzielt. Seine Gegner waren zwar im Schnitt doch um einiges schwächer als er, aber schwächere Spieler die müssen erst mal geschlagen werden (s. o.).


Hier eine (von Marek abgekupferte) Saisonübersicht:


Spieler

DWZ

Punkte

Partien

Gegnerschnitt

Ausbeute in %

 

 

 

 

 

 

Goetz, Rudolf

1582

1

3

1686

33,33

Doernte, Torsten

1526

1 1/2

7

1525

21,40

Schröder, Heiko

1662

8

9

1372

88,88

Remboldt, Viktor

1526

6

9

1354

66,66

Hansen, Reimer

1320

5

8

1372

62,50

Schwarz, Th.-Gerrit

1268

1

1

1080

100,00

Kraft, Volker

1064

5

9

1267

55,56

König, Walter

1158

3

8

1293

37,50

Hannemann, Jörn

1060

3 1/2

6

1145

58,33

Adomeit, Sven

1662

1

1

0

50,00

Metz, Raphael

1257

1

1

1257

100,00

Lorenz, Michael

ohne

2

4

1074

50,00


Das war's. Es hat - trotz der teilweise vermeidbaren Besetzungsproblem an drei Spieltagen - Spaß gemacht. Sollten wir trotz der deutlichen Niederlage noch als punktbester Dritter in die Kreisliga aufsteigen, müssen wir überlegen, ob wir das auch tatsächlich machen. Nach unserem souveränen Aufstieg vor zwei Jahren haben wir anschließend in der Kreisliga nur Prügel bezogen. Und ab und an zu gewinnen macht doch mehr Spaß als dauernd zu verlieren. Andererseits würde unsere Mannschaft, wenn wir sie noch gezielt verstärken, in der Kreisliga wohl mithalten können, zumindest nicht gleich Abstiegskandidat sein. Am besten wäre es also, uns würde diese Entscheidung abgenommen und wir würden nicht punktbester Dritter werden.


Gruß

Volker







DruckenDrucken | 27-06-2010, 21:01:00 | Heiko

Kommentare
Kreisliga steht an!
Das ist mal klar. Habt ihr euch auch verdient. Dusel für dich Volker, da dein Endspiel ja galtt verloren war. Als ich ging, sagte ich draußen zu Michael 8:0 und war sehr überrascht zu sehen, dass du noch den Halben bekommen hast. Glückwunsch.

Zudem hast du grob 140 DWZ gut gemacht diese Saison; Eine reife Leistung! Auch Reimer ist weiter auf dem Weg nach oben (+49). Desweiteren gibt es gute Punktgewinne für Jörn (+72), Walter (+24), Thies-Gerrit (+34), Viktor (+132) und Heiko (+29). Thorsten leider satte 62 minus.

Nochmal Glückwunsch zum Aufstieg, ob gewollt oder nicht.

Gruß, Marek
27-06-2010, 23:35:17 | chessychess

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