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Mümmelmannsberg I - Bille SC V 3 : 5
Nach einer halben Stunde hatte Reimer seine Partie schon verloren. Ursache lt. seiner Aussage: "Ein falscher Zug". Muss ziemlich falsch gewesen sein. Dann verlor nach gut einer Stunde auch Viktor, der offensichtlich mit einer Mehrfigur nach 5 Zügen nicht richtig umgehen konnte und den so gewonnenen Vorteil durch Leichtsinn wieder verspielt hat. Da ich an Brett 5 spielte, konnte ich das Brett Nr. 6, an dem Walter spielte, gut beobachten und was ich da sah, ließ mich gruseln. Walter hatte nach ein paar Zügen schon einen Läufer und einen Bauern verloren. Ein gegnerischer Springer hatte mit einer Gabel Dame und Turm im Visier, während sein eigener Springer ungedeckt vor dem gegnerischen König stand. Da hatte ich diese Partie schon abgehakt und sah uns mit 0 : 3 hinten. Zwischenzeitlich gewannen aber Michael (sein zweiter Sieg im 3. Spiel) und Jörn ihre Partien und so stand es erstmal unentschieden 2 : 2. Als ich wieder mal auf das Brett Nr 6 guckte, standen 3 Offiziere und ein Bauer von Walter neben dem Brett, aber nur zwei gegnerische Bauern. Eigentlich ein klarer Fall von Aufgabe. Walter wollte das eigentlich auch, wie er mir später sagte, aber da er mit mir nach Hause fahren wollte und lange auf mich hätte warten müssen, spielte er weiter. Und nun geschah das Unglaubliche. Walter stand von den Toten wieder auf und konnte dem gegnerischen König, der sich bis in die Spielfeldmitte gewagt hatte, mit seinen Bauern und den ihm noch verbliebenen Figuren die Fluchtfelder abschneiden und ihn mattsetzen. Selbstverständlich hat sein Gegner gravierende Fehler gemacht und den Sieg verschenkt, aber gewonnen ist gewonnen und hier hat sich unseres Ehrenvorsitzenden ständige Rede tatsächlich bewahrheitet: "Vom Aufgeben hat noch keiner gewonnen". Aber das war viel Dusel und deshalb habe ich auch von einem glücklichen Sieg gesprochen. Nachdem Heiko seinen unwiderstehlichen Siegeszug in der Kreisklasse (wir nehmen auch Ablöse oberer Mannschaften) auch dieses mal fortgesetzt und Torsten leider seine Partie verloren hatte, stand es 4 : 3 für uns. Verlieren konnten wir jetzt nicht mehr. Ich kämpfte nun als letzter und da ich im Mittelspiel mit einem Bauern einen gegnerischen Springer schlagen konnte, musste ich nur konsequent weiterspielen, um am Ende zu gewinnen. Theoretisch jedenfalls. In der Praxis hat man ja immer Angst, einen Fehler zu machen und am Ende doch der Dumme zu sein. Ich habe mir deshalb Zeit gelassen und nicht wie so oft zu schnell gezogen. Das hat gegen Ende der Partie mein Gegner getan, der noch doppelt so viel Zeit auf der Uhr hatte wie ich. Meine Vermutung war, daß er darauf spekulierte, daß ich in Zeitnot gerate und er mir nicht so viel Gelegenheit geben wollte nachzudenken, während er am Zug war. Der tatsächliche Grund war banaler (sagte er jedenfalls); er war auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und hatte es deshalb eilig. Das Ergebnis dieser Spielweise war aber, dass er eine Mattdrohung übersehen hat und so konnten wir beide etwas früher nach Hause. Damit stand das Endergebnis fest: Mümmelmannsberg I - Bille SC V Hekmat, Mohamed - Doernte, Torsten 1 : 0 Grunwald, Harry - Schröder, Heiko 0 : 1 Bodenhagen. Sven - Remboldt, Viktor 1 : 0 Scholz, Harald - Hansen, Reimer 1 : 0 Schneider, Hartmut - Kraft, Volker 0 : 1 Wulf, Dirk - König, Walter 0 : 1 Zulski, Dieter - Hannemann, Jörn 0 : 1 Gieraths, Hans - Lorenz, Michael 0 : 1 3 : 5 Volker Drucken | 12-05-2010, 20:18:00 | Heiko
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