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Caissa Rahlstedt I - Bille SC II 4½ : 3½
Die Strategie war nun, vorne zu halten, hinten zu punkten. Der Anpfiff erfolgte etwas verzögert um 19:05 Uhr und lediglich Herr Fleischer fehlte zu diesem Zeitpunkt noch. Aber Björn bleib nicht lange untätig und konnte gegen 19:20 Uhr seine Partie ebenfalls aufnehmen. Scheinbar war sein Gegner aber noch nicht richtig bei der Sache, denn kaum waren acht Züge gespielt, schon patzte er und stellte einen Läufer ein. Norbert und mir kam der Figurenverlust sehr bekannt vor, passierte mir in unserer Begegnung Glodowski - Kraft VM 2008 etwas sehr ähnliches. Schön, einen Punkt haben wir also sicher, dachte ich da. Und nötig war er auch, denn leider patzte Ingo im 18ten Zug ebenfalls und stellte seinerseits einen Läufer ein. An Brett sieben musste er sich mit der Skandinavischen Verteidigung auseinander setzen und ging die Sache etwas zu verhalten an. Jedoch erreicht Schwarz sehr schnellen Ausgleich, wenn Weiß nicht energisch genug in der Eröffnung vorgeht. Und so hatte Herr Chek nach 15 Zügen auch das bessere Spiel. Der Einsteller geht ganz auf Ingos Kappe; Er übersah schlicht eine einzügige Drohung. In der Folge war sein Gegner um schnellen Abtausch bemüht, dem Ingo leider auch nicht immer aus dem Weg gehen konnte. So wuchs der schwarze Vorteil stetig an. Nachdem Ingo es irgendwann leid war, den ständigen Damentasuch-Angeboten auszuweichen, patzte er in verlorener Stellung erneut und ließ sich einen Turm nehmen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dies seine erste Niederlage im Rahmen der Mannschaftskämpfe seit 2007 ist! Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 1 : 0 Bille SC II Ulrich an Vier war Schwarz und spielte erneut Königs-Indisch. Die Eröffnung spielte er sehr unternehmungslustig und gewann am Königsflügel Raum, jedoch zu Lasten der Königssicherheit. Dies wog umso schwerer als Weiß sich für die lange Rochade entschied, und nun am Königsflügel mit gefährlichem Angriff drohte. Zunächst spielte sich das meiste im Zentrum ab, was mich zuversichtlich stimmte, dass Ulrich sich würde halten können. Doch leider war dem nicht so. Nach einem Qualitätsopfer konnte Weiß mit seinem Läufer auf h7 einfallen und den König gefährlich bedrängen. Ulrich entschied sich in die h-Linie auszuweichen, und damit in den Angriff durch den Turm h1. Mir schien, als könnte sich Schwarz besser verteidigen, wenn er nach f7 ausgewichen wäre, aber genau kann ich das nicht sagen. Nach dem Einschlag auf h7 folgte die Aufgabe fünf Züge später. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 2 : 0 Bille SC II Die mit Abstand spannendste Partie wurde am ersten Brett zwischen Norbert und Herrn Pfaff ausgetragen. Im 13ten Zug gab Norbert einen Bauern auf b2 zu gunsten eines schnellen Angriffs auf den noch unrochierten schwarzen König. Da Herr Pfaff es in der Folge weiterhin vermied zu rochieren, opferte Norbert im 21ten Zug einen Springer auf e6, um endgültig den König im Zentrum festzunageln. Seinen Angriff führte Norbert sehr kosequent und sah recht früh als der Gewinner der Partie aus. Herr Pfaff musste schliesslich die Figur zurück geben und nachdem sich der Nebel nach dem Bombardement gelichtet hat, konnte Norbert einen Mehrturm für sich verbuchen. Da wir bereits zwei Punkte zurück lagen, war der Anschlusspunkt bitter nötig, doch gerade zum Ende hin ließen Norbert die Kräfte im Stich. Er schaffte es nicht seinen Vorteil zum Sieg zu führen und die Partie endete mit einem Unentschieden. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 2½ : ½ Bille SC II Die Lage wurde immer beunruhigender, da mittlerweile Björn keinen klaren Gewinn mehr hatte und auch Hubert in der Defensive war. Meine Wenigkeit spielte die vierte Partie in Folge mit schwarz, aber für Abwechslung war dennoch gesorgt, da es die erste Partie seit fünf Spielen war, die mein Kontrahent mit 1.e4 eröffnete. So konnte auch ich, wie Ingos Gegner bereits, die Skandinavische Verteidigung wählen. Die Eröffnung verlief unspektakulär. Doch beim Übergang ins Mittelspiel fand ich keinen vernünftigen Plan, was dazu führte, dass Weiß die etwas aktivere Stellung bekam. Nachdem sich die feindlichen Figuren langsam um meinen König scharrten, beschloss ich die Damen zum Tausch anzubieten, was mir etwas Luft verschaffte. Dennoch stand Herr Voss nach dem Tausch immer noch besser und stellte mir kleine Probleme. Jedoch erkaufte er sein gutes Spiel mit recht viel Zeit, so dass er um den 20ten Zug herum bereits in Zeitnot war. Nach meiner Abwicklung ins Endspiel gab ich einen Bauern, um mich zu befreien. Da Weiß in der b-Linie einen Doppelbauern hatte, empfand ich es als nicht sehr dramatisch. Alles in allem spielte ich das Endspiel stärker als her Voss, was in seiner Zeitnot begründet war. Denn im 26ten Zug patzte ich doch recht schwer, was mein Gegner aber nicht bemerkte. Hätte er die Chance genutzt, würde ich in einem verlorenen Endspiel landen. Mein Überseher war aber nur von kurzer Dauer, denn schon mit dem nächsten Zug war der Schaden abgewendet. Bemerkt habe ich es aber auch erst zu Hause, mit Rybkas Hilfe. Danach konnte ich meine Stellung immer weiter verbessern und gewann am Ende mit zwei Mehrbauern und kurz vor der Umwandlung recht klar. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 2½ : 1½ Bille SC II Und dann passierte auch das unwahrscheinlichste: Björn verlor seine Partie. Keiner wird darunter so leiden wie er selbst, wenn auch sein Sieg uns das Unentschieden gesichert hätte. Wie bereits gesagt, gewann er im achten Zug einen Läufer für lau und stand fortan auf Gewinn. Schnell tauschte er die Damen und sah im entstandenen Mittelspiel wie der sichere Sieger aus. Doch anstatt die Vereinfachungsstrategie weiter zu verfolgen, fing Björn nun an die Partie komplizierter als nötig zu gestalten. Das gab Herrn Fleischer die Möglichkeit, im Spiel zu bleiben und er wurde zunehmend aktiver. Da er mit diesem Rückstand nichts mehr zu verlieren hatte, spielte er auch recht schnell. Im Gegenzug inverstierte Björn immer mehr Zeit und kam schliesslich in Zeitnot. Er gab die Figur für einen Bauern zurück und plötzlich stand Weiß sogar besser. Als dann noch der a-Bauer auf Björns Seite verloren ging, hatte Herr Fleischer mit den verbundenen a-b-Freibauern eine Gewinnstellung erreicht. Kurz vor seinem Blättchenfall kapitulierte Björn. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 3½ : 1½ Bille SC II Zu diesem Zeitpunkt hing nun alles an Hubert. Alexander hatte eine klare Gewinnstellung, Martin einen deutlichen Vorteil in Form besserer Stellung und eines Mehrbauern, nur Huberts Stellung sah Besorgnis erregend aus. Würden die beiden ersten Gewinnen, müsste Hubert mindestens ein Remis Was ich von seiner Partie mitbekam, war, dass er recht gut durch die Eröffnung kam. Doch im Mittelspiel spielte Herr Lange aktiver und schaffte es langsam Druck aufzubauen. Hubert konnte dem wenig entgegensetzen, so dass er schliesslich einen Bauern geben musste. Beim erreichen des Endspiels konnte Schwarz mit 3 zu 1 Bauern am Damenflügel konkrete Gewinnversuche unternehmen, was tatsächlich in einer Niederlage für Hubert endete. Damit war der Mannschaftskampf endgültig verloren, nachdem er so hoffnungsvoll an Brett eins und zwei für uns begann. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 4½ : 1½ Bille SC II Alexander und Martin konnten nur noch Ergebniskosmetik betreiben, aber wenigstens das mit Erfolg. Alexander spielte an Brett fünf mit Weiß und bekam eine Art Hollendisch aufs Brett. Im Mittelspiel trieben beide Seiten ihre Bauern munter nach vorn, Schwarz am Königs-, und Weiß am Damenflügel. Obwohl Schwarz sein Spiel auf den Königsflügel auslegte, bestimmte Alexander das Geschehen immer mehr und zwang Herrn Leinweber zum Spiel am Damenflügel. Dabei konnte er zwei Freibauern (a+b) bilden, mit denen er munter vorwärts lief. Nachdem die Damen getauscht wurden, hatte Alexander eine beinahe Gewinnstellung. Um den Druck der Bauern einzudämmen, entschied sich Herr Leinweber dazu einen Springer zu opfern, bekam dafür aber nur einen der Übeltäter. Der zweite näherte sich durch zwei Türme und einen Springer bestens protegiert weiterhin unaufhaltsam der achten Reihe. Das schwarze Gegenspiel in Form einer d2-e3-f4-g5-h6-Bauernlawine erwies sich als wenig bedrohlich. Beim Versuch Herrn Leinwebers, Alexanders Bauern b7 aufzuhalten, erbeutete unser Mann eine weitere Figur. Nachdem sich auch noch die Bauernlawine aufzulösen begann, gab Herr Leinweber auf. Zwischenstand: Caissa Rahlstedt I 4½ : 2½ Bille SC II Nun blieb nur noch Martin übrig und seine Stellung sah sehr gut aus. Nachdem er bereits zwei Runden zuvor auf 1.e4 mit 1..e5 geantwortet hat, blieb er auch diesmal dabei. Die Eröffnung verlief ganz gut und schon bald konnte Martin Raum am Damenflügel gewinnen. Herr Baumann visierte hingegen den Königsflügel an und konzentrierte dort seine Figuren, büßte dabei aber einen Bauern ein. Martin nutzte seine Überlegenheit am Damenflügel, um einen Freibauern zu bilden, was ihm in der c-Linie auch gelang. In fortschreitender Zeitnot auf Martins Seite versuchte Herr Baumann Gegenspiel aufzuziehen, verlor aber nur einen weiteren Bauern, was nun zwei verbundene Freibauern (d+c) für uns bedeutete. Beim Versuch den Druck aus der Stellung zu nehmen, opferte Weiß einen Springer, bekam aber ebenso wie Herr Leinweber zuvor, nur einen der Freibauern dafür. Mit einer Mehrfigur konnte Martin nun souverän die Partie für sich entscheiden, obwohl er in horrender Zeitnot war. Lediglich fünf Minuten blieben ihm für das gesamte restliche Spiel. Eine klasse Leistung! Endstand: Caissa Rahlstedt I 4½ : 3½ Bille SC II Das war also der Montag. Leider, leider haben wir verloren, aber so ist nunmal das Spiel. Wer seine Chancen nicht nutzt, verliert. Nun ist es wichtig, in den verbliebenen Runden noch ein wenig Boden gut zu machen, denn derzeit befinden wir uns lediglich auf dem achten Rang mit 3-7 Mannschftspunkten, Punktgleich mit Caissa, die aufgrund der schlechteren Brettpunkte-Differenz den neuenten Rang belegen. Die Tabelle:
Gruß, Marek Drucken | 01-04-2010, 22:19:00 | Schachix
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