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Bille SC II - Hamburger SK XV 4 : 4
Das hat mich am Ende doch sehr überrascht und geärgert, zählte ich wie Pierre zu den Leidtragenden. Dabei habe ich vor dem Mannschaftskamf noch großtönig von vier Mannschaftspunkten gesprochen, die der Bille SC an diesem Abend holen würde. Die parallel spielende Mannschaft von Volker schaffte dies mit einem 6 : 2 gegen Bramfeld souverän, während wir ordentlich ins Rutschen kamen. Der erste halbe Punkt wurde am achten Brett von Waldemar erzielt. Mit 190 Punkten Übergewicht und dem Vorteil der weißen Steine mühte sich Waldemar über 50 Züge lang, einen Vorteil herauszuspielen, musste aber einsehen, dass es an diesem Abend nicht klappt. Ab dem 34 Zug waren nur noch Figuren (Läuferpaar bei Timo und Läufer + Springer bei Waldemar) hin und her gezogen worden. Die Bauernstruktur war so festgefahren, dass ein Vorwärtskommen für keine der beiden Seiten mehr möglich war. Zwischenstand: Bille SC II ½ : ½ Hamburger SK XV Danach wurde es nicht besser. Ich konnte an Brett fünf spielend meine Niederlage nur hinauszögern, aber nicht mehr verhindern, nachdem ich durch einen Blackout im 17ten Zug einen Springer einstellte. Das Drama begann aber bereits im fünften Zug als ich Slawisch spielend, meinen Lc8 auf f5 entwickelte. Dort habe ich ihn am liebsten, aber manchmal ist es einfach nur ein Fehler, wie auch am vergangenen Dienstag. Sofort wurde dieser auch ausgenutzt (6.Db3 mit Angriff auf d5 und b7), und leider erst in der Analyse nach der Partie, fand ich eine spielbare Fortsetzung. Der Textzug (6..b5) war dann zwar die erste Wahl Rybkas, aber erst zu Hause konnte sie mir die lange taktische Variante zeigen, warum der Zug gut spielbar war. In der Partie fand ich nur die ersten drei Züge der Variante, aber der Bauernverlust ohne Kompensation gefiel mir nicht. Rybkas Variante führte zu komplettem Ausgleich ohne Bauernverlust; Sie hat mir wohl noch einiges voraus... . Nach dem Figurenverlust hatte ich im 19ten Zug die schlechteste Stellung seit langem: Weiß hatte alle Figuren entwickelt, Türme verbunden, war rochiert und hatte eine Figur mehr, während mein König unrochiert und luftig am Damenflügel rumstand, ich einen Springer weniger hatte und noch zwei unentwickelte Figuren! Eine totale Katastrophe, und das ganze mit exakt 316 DWZ-Punkten mehr auf der Uhr. Prost Mahlzeit! Zwischenstand: Bille SC II ½ : 1½ Hamburger SK XV Meines Gegners Bruder machte dann auch das gleiche mit Pierre, und holte ebenfalls den ganzen Punkt. Dabei verlief diese Partie noch viel dramatischer als meine, denn Pierre spielte stärker und gewann im Laufe der Partie zwei Bauern. Damit stand er auf Gewinn und musste nur noch seinen Gegner davon überzeugen. Leider patzte er dabei und ließ sich am Königsflügel sprichwörtlich einschnürren, bevor er auch noch mit seinem 36ten Zug die Partie endgültig wegwarf. Zwischenstand: Bille SC II ½ : 2½ Hamburger SK XV Da zu diesem Zeitpunkt die vorderen Bretter leider auch keinen Vorteil für uns signalisierten, hatte ich ernsthafte Bedenken, dass wir als Favorit auch noch verlieren würden. Zunächst war ich sehr zuversichtlich, dass Norbert, der auch Slawisch spielte, seine Partie gewinnt, da er bereits im vierten Zug einen Bauern gewann. Durch einen ungenauen Zug musste er diesen aber im fünfzehnten Zug zurück geben. Nur drei Züge später hatte er diesen erneut erbeutet und damit auch einen Freibauern auf der dritten Reihe erhalten. Herr Müller konnte zwar im Gegenzug mit seinem Turm auf die siebte Reihe eindringen, aber keine konkreten Drohungen aufstellen. In Zeitnot dann verschlechterte Norbert seine Stellung wieder und musste zum zweiten Mal seinen Mehrbauern zurück geben. Mit nur zwei Minuten Restbedenkzeit nahm er sicherheitshalber das Remisangebot im 30ten Zug an. Zwischenstand: Bille SC II 1 : 3 Hamburger SK XV Zur Partie von Björn kann ich nicht viel Sagen. Er spielte gegen Sizilianisch und die Stellung war im Mittelspiel ausgeglichen, als ich sie das letzte Mal betrachtete. Wie seine Niederlage zustande kam, kann ich nicht sagen, da ich zu diesem Zeitpunkt draußen meine Partie analysierte. Ulrich spielte an Brett drei Königsindisch und musste sich einem scharfen Angriff am Königsflügel erwehren, nachdem sein Gegner lang rochiert war. Doch im entstandenen Mittelspiel demonstrierte er Herrn Springer, dass er die Strukturen besser versteht, und mit gekonntem Lavieren und sehr aktivem Spiel gewann er eine Qualität. In der Folge konnte er auch noch zwei verbundene Freibauern bilden, mit denen er Weiß schliesslich zusammen schob. Zwischenstand: Bille SC II 2 : 4 Hamburger SK XV Alexander an Vier und Ingo an Brett sechs beendeten ihre Partien recht zeitnah bei einander, wobei der Sieg Ingos bereits seit Längerem fest stand. Damit hatte er einen tollen Einstand für diese Saison, denn nach seiner OP war dies das erste Punktspiel seit fast einem Jahr für ihn. Auch sein Gegner verteidigte sich mit Sizilianisch, musste sich aber mit einer sehr geschlossenen Stellung auseinander setzten, da Ingo auf das obligatorische d2-d4 verzichtete. Die Partie verlief lange recht ausgeglichen. Sogar als Herr Wiegand seine Königstellung empfindlich schwächte, konnte Ingo dies leider nicht ausnutzen. So spielte sich der Kampf weiterhin hauptsächlich im Zentrum und am Damenflügel ab. Nach Umgruppieren der Türme und seiner Dame stand Ingo bereit das Zentrum zu sprengen, was ihm samt Bauerngewinn auch gelang. Die forcierte Abwicklung ab Zug 35 bescherte ihm eine Gewinnstellung, die er ohne Probleme in einen vollen Punkt konvertierte. Das Ablehnen des Remis Zu Alexander kann ich nur sagen, dass er es mit dem Budapester Gambit zu tun bekam, er den Bauern aber zu gunsten einer gesunden Entwicklung garnicht erst zu halten versuchte. Das Spiel verlief fortan in sehr ausgeglichenen Bahnen und mein letzter Blick darauf, ließ nur auf ein Remis Endstand: Bille SC II 4 : 4 Hamburger SK XV Abschließend kann man sagen, dass die Junge Truppe des HSK sich besonders an den hinteren Brettern sehr gut geschlagen hat und verdient ein Unentschieden erreichte. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und mich bereits mit meinen Eröffnungsfehlern kritisch auseinander gesetzt, wenn auch noch nicht abschließend. Slawisch, ich geb dich noch nicht auf! Die Tabelle:
Gruß, Marek Drucken | 07-03-2010, 14:41:00 | chessychess
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