Bille SC – Hamburger SK VIII

Am gestrigen Abend ging es in der 8. Runde der Stadtliga-B zu Hause im Westibül gegen den punktgleichen Tabellenvierten HSK VIII. Wir mussten auf Rainer Jeß und Marek Glodowski verzichten, hatten dafür …

aber mit Siegfried Wölk starken Ersatz. Unsere Gäste vom HSK konnten jedoch auch nicht mit den ersten acht gemeldeten Spielern antreten. Für beide Mannschaften ging es nicht mehr um allzu viel, mit 8 Mannschaftspunkten ist die Klasse für beide gesichert, auch rechnerisch nachdem Großhansdorf am Montag-Abend gegen St. Pauli III mit 5,5-2,5 gewonnen hatte. Auch mit Blick nach oben, auf einen möglichen Landesliga-Aufstieg – die beste zweite Mannschaft aus den Ligen A und B, kann dieses Jahr auch aufsteigen – sollte man sich keine großen Hoffnungen mehr machen.

Trotzdem wurde es ein sehr spannender Abend, an allen acht Brettern wurde um den vollen Punkt gekämpft, entsprechend war bis in die fünfte Stunde hinein auch nicht klar, wie es ausgeht. Es wurden reihenweise interessante und spannende Partien geboten, es gab an diesem Abend kein einziges Remis.

Die erste Entscheidung fiel nach gut drei Stunden an Brett 2, Andreas Bertram musste leider die Segel streichen, er verlor oder gab einen Bauern in der Eröffnung und erlangte nie richtig Kompensation dafür, also 0-1.

Sein Namensvetter an Brett 4 musste nach gut dreieinhalb Stunden auch die Partie verloren geben. Nach 16 Zügen konnte ich der Versuchung nicht widerstehen zwei Springer für Turm und zwei Bauern zu geben. Das war laut Houdini auch völlig in Ordnung, so sah es auf dem Brett aus, nach 16. … Dc7

Es folgte 17. Scb5 axb5 18. Sxb5 Dc6 17. Sxd6 La8 18. Sxe8 Txe8

Nach 19. f4? (besser b4) e5! bekam Schwarz in der Folge gutes Figurenspiel und gewann nach gutem Spiel und 37. Zügen auch verdient, es stand also 0-2! Wie sah es an den anderen Brettern aus?

An Brett 8 war Siegfried Wölk ganz in seinem Element, er spielte voll auf Angriff und zeigte den jungen Leuten einmal mehr „wo Barthel den Most holt“; nachdem sich die h-Linie für seinen Turm und Dame öffnete, war es schnell vorbei, der Anschlusstreffer zum 1-2. Eine prima Partie!

Im weiteren Verlauf gewann Franz Indinger an Brett 5 im Mittelspiel eine Figur und schob dann sicher und souverän seinen Gegner zusammen – 2-2!

Vier von acht Partien waren also beendet, es war jedoch immer noch ein Spiel auf drei Ergebnisse. Als nächstes gewann Martin Kopisch an Brett 3, nachdem er unmittelbar vor der Zeitkontrolle, mit einigen wenigen Sekunden auf der Uhr, mit einem kleinen taktischen Schlag, einen Bauern gewonnen hatte. Glücklicherweise hat sein Gegner um den 20. Zug ein Remis-Angebot abgelehnt. Nach dem Bauerngewinn konnte Martin druckvolles Spiel gegen die weiße Königsstellung aufbauen, gewann die Partie und brachte uns somit erstmalig in Führung – 3-2 . Mit 6/8 und fast 40 gewonnen DWZ-Punkten ist er in grandioser Form und erlangt alte Stärke!

Die letzten drei noch laufenden Partien waren sehr spannend, zwischendurch standen wir an Brett 6 und 7 sehr schlecht, an Brett 1 hatte Olaf aber Vorteil erlangt. Uli Peschke war es dann, der auf 4-2 erhöhte. Auf dem Brett war ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern und je fünf Bauern. Die Stellung war jedoch für Uli klar verloren, sein Gegner setzte jedoch nicht gut fort und es entstand eine Stellung, die er unbedingt remis hätte machen müssen. Er überzog jedoch die Partie, so dass Uli letztlich sogar gewinnen konnte. Ein glücklicher Punkt.

An Brett 6 hatte Martin Müller-Glewe inzwischen einen Bauern weniger, bei einem Endspiel mit TL gegen TS. Der Springer war jedoch deutlich stärker als der Läufer und auch der Mehrbauer machte dann den Unterschied, so dass Martin, trotz großem Kampf, die Partie verlor – es stand also nur noch 4-3.

Als letztes lief noch die Partie an Brett 1 zwischen Olaf Dörge und Stefan Schnock.

Wie Martin mir später berichtete, kam Olaf schlecht aus der Eröffnung heraus, konnte jedoch durch gutes Spiel und letztlich eine taktische Abwicklung in ein vorteilhaftes Endspiel mit LL-T abwickeln. Nach fast fünf Stunden, Olaf hatte noch gut 3 Minuten und sein Gegner nur noch zwei, drei Sekunden (!) auf der Uhr kam folgende Stellung aufs Brett:

Weiß zog Th8+, es folgte Kg1?  Jetzt macht jeder Turmzug von Th7 bis Th3 sofortiges remis durch Patt!

Weiß zog jedoch Tg8??, es folgte noch Kh2, Th8+, Kg3, Tg8+ und nach Kf3 war der Hammer gefallen, 5-3! Die Stellung ist natürlich immer noch tot remis; wenn sich der König von dem Bauern auf g2 entfernt, zum Beispiel in Richtung Turm, folgt einfach Tg8 nebst Txg2 =.

Ein wirklich spannender Mannschaftskampf!  In der letzten Runde geht es am Dienstag, den 20.06.17 gegen HSK VII.

Bille SC           5 - 3  Hamburger SK VIII
  1  Dörge,O.      1 : 0  Schnock,S.    71 
  2  Bertram,A.    0 : 1  Elbracht,M.   72 
  4  Kopisch,M.    1 : 0  Weidmann,K.   74 
  5  Binding,A.    0 : 1  Sander,J.     75 
  7  Indinger,F.   1 : 0  Meyling,L.    79 
  8  Müller-Glewe  0 : 1  Elbracht,C.   80 
  9  Peschke,U.    1 : 0  Raschka,R.    80a
 11  Woelk,S.      1 : 0  Demel,S.     380

Andreas

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